Trauma und Traumafolgen

Traumafolgesymptomatik ist Erleben, nicht Erinnern.


Unverarbeitete Traumata vermitteln dem Nervensystem, dass wir immer noch in Gefahr sind, wodurch das Stresssystem dauerhaft hochgefahren ist.


Traumatherapie, HPU, Traumafolgen, Leaky gut

"Jedes beliebige Ereignis, das die gewöhnliche menschliche Anpassung an das Leben übersteigt."  Judith Herman


Traumafolgen resultieren nicht aus dem Erlebnis selbst, sondern entstehen individuell abhängig von den eigenen Ressourcen in uns selbst dann, wenn der Körper das Geschehene überwältigend war und die eigenen Ressourcen nicht ausreichten um das Erleben zu verarbeiten und zu verstoffwechseln. 
Unverabeitete Traumata vermitteln dem Nervensystem anhaltende Gefahr, das Stresssystem, welches eigentlich für akuten Stress oder Gefahr ausgelegt ist, bleibt dauerhaft hochgefahren. Stresshormone, wie zum Beispiel Cortisol, werden anhaltend ausgeschüttet, alle Systeme die der Gefahrenabwehr dienen bleiben aktiviert. Während die Systeme, die nicht zur Abwehr benötigt werden, heruntergefahren werden. Die Verdauungsvorgänge, das Immunsystem, das soziale Nervensystem, Reparaturvorgänge und weitere werden heruntergefahren. Das Risiko für Spätfolgen steigt. Es entsteht ein Risiko für Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und Herz-Kreislaufstörungen. Oft stellen sich Schlafstörungen, Erschöpfung sowie Essstörungen ein. Suchterkrankungen aller Art sind häufige Kompensationsstrategien. 
Studien belegen den Zusammenhang von Leaky Gut und PTBS. Autoimmunerkrankungen sind inzwischen anerkannte Folgestörungen von Komplextraumata. 


Traumatherapie, Entwicklungstrauma, Bindungstrauma, Traumatherapie für Säuglinge, EMDR

Arten von Traumata


Mikrotraumata


Traumatisierungen, die häufiger oder über einen längeren Zeitraum stattfinden.

Small-t-Trauma sind Mikrotraumatisierungen, auch emotionale Schocksituationen genannt:  Ereignisse mit Erschrecken, Angst, Demütigungen, Erniedrigungen, Scham, Rat- und Hilflosigkeit, Mobbing, Shitstorm, etc. Es entstehen Ohnmachts- und Bedrohungsgefühle. Auch „kleine“ Situationen können Traumafolgen nach sich ziehen und zu Belastungen und Vermeidungen führen. 

Mikrotraumata: 

  • Angst, Panikattacken
  • Ablehnung, Ghosting, Missachtung
  • Abwertung, Entwertung
  • Beschämung, Demütigung 
  • Emotionaler Missbrauch
  • Beschimpfungen, Beleidigungen
  • Isolierung
  • Bedrohungen
  • Mobbing
  • Toxische Beziehungen
  • Dauerhafte Kritik
  • Schmerzen

Frühkindliches Komplextrauma – Entwicklungstrauma


Chronisch traumatisierte Menschen, Betroffene mit Folgen von Entwicklungs- und frühkindlichem Komplextrauma leiden oft unter einer komplexen Form der posttraumatischen Störung. Komplextraumata entstehen bei Erwachsenen wie bei Kindern auch, durch Hochstresserlebnisse die immer wieder über eine längere Zeit von einer wichtigen Bezugsperson verursacht werden. 

Die Symptome können vielfältig und bedeutsam sein: 

  • Panikattacken, Angststörung
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Probleme mit der Regulation von Gefühlen
  • Bindungsstörungen
  • Selbstwertprobleme
  • Somatisierungsstörungen
  • Entfremdungserlebnisse in Wahrnehmung und Gedächtnis
  • Empfindung von Sinn- und Hoffnungslosigkeit
  • Wiederkehrende Suizidgedanken und Impulse
  • Depressivität

Schocktraumata


Einzelne, für sich stehende Ereignisse, die traumatisch wirken können. 

  • Unfälle
  • Verlusttrauma
  • Gewalterfahrungen 
  • Sexuelle Übergriffe 
  • Medizinische Notfälle 
  • Geburtstrauma
  • Naturkatastrophen
  • Opfer krimineller Handlungen
  • Verlust eines Angehörigen
  • Verlust sozialer Sicherheit / Arbeitsplatz/ Beziehung/ Wohnung
  • etc. 

Traumatherapie, IBT Traumatherapie für Säuglinge und Kleinkinder, Heilpraktiker Vaihingen
Die traumatische Zange nach Michaela Huber

Traumatherapie


Bei Traumafolgestörungen kommt es zu einem andauernden Erleben von Bedrohung, was mit innerer Unruhe und Nervosität bis hin zur Panik einhergehen kann. In der Behandlung sind stabilisierende Regulationsübungen hilfreich, um mit der Zeit wieder Sicherheit aus sich selbst heraus zu erlangen.

EMDR und I.B.T. sind Methoden, die sich in der Traumatherapie und bei PTBS, als auch bei Mikrotraumata bewährt haben. 


Was ist traumasensibles Begleiten?

Wissen 

Wissen über Trauma und seine komplexen Dynamiken und Folgen

Erkennen

Trauma und Trauma-Symptome erkennen

Umgang 

Hilfreich darauf eingehen und damit umgehen

Retraumatisierung vermeiden

Aktiv Retraumatisierung vermeiden und für Sicherheit sorgen

 

(National Center for Trauma-Informed Care 2016)